Wie Dein Online-Gesundheitstraining gelingt

Online-Gesundheitstraining

Was macht ein gutes Online-Gesundheitstraining aus, was kann ich als TrainerIn dazu beitragen und was sollte ich wissen und beachten? Wo liegt der Unterschied zu Präsenztrainings, kann das überhaupt funktionieren und will ich das überhaupt, „online gehen“ mit meinen Angeboten? Diese und ähnliche Fragen beschäftigen viele TrainerInnen. Was also kannst Du tun und wie kann es gelingen? Darüber schreibe ich für Dich in diesem Beitrag. 

Interaktion – Herzschlag Deines Online-Gesundheitstrainings 

Ein gelungenes Seminar oder Training lebt von der Interaktion und dem Miteinander der Teilnehmenden. Nur in einer guten Atmosphäre wird es gelingen, dass auch Persönliches mitgeteilt wird und Vertrauen entsteht. Und genau das ist besonders wichtig für den Erfolg eines Gesundheitstrainings – ob es sich nun um Entspannung, Stressbewältigung, Ernährung, Bewegung oder sonstige Gesundheitsthemen handelt. 

Deine  Aufgabe als TrainerIn ist es, Interaktion und Miteinander mit den – und für die -TeilnehmerInnen  zu organisieren und einen wohltuenden Lernrahmen aufzuspannen. Einen Lernrahmen, der sie abholt, aktiviert, Entwicklung ermöglicht und nachhaltig wirkt. Das gilt für die Präsenz genauso wie Online.

Was Online möglich ist

 

Auch Online ist fast alles möglich, was wir als TrainerInnen aus Präsenztrainings so schätzen und lieben:

Inhalte präsentieren und vermitteln

  • über die Bildschirmfreigabe mit vorbereiteten Powerpoints oder selbst erstellten Charts, die eingescannt wurden, analog einer Präsentation mit Beamer, Stellwand oder Flipchart
  • direkt und live über eine Dokumentenkamera
  • über ein „reales“ Flipchart und der entsprechenden Kameraeinstellung in den Raum

Austausch, Reflexion und Gesprächsrunden

  • im Plenum
  • in Kleingruppen bzw. in Partnerarbeit mit der Funktion „Breakout-Session“

Schriftlicher Austausch und Gruppenaufgaben

als Brainstorming, Statement, Moderationswand

  • über eine Whiteboard-Funktion
  • mit vorbereiteten Powerpoint-Folien, die als Whiteboard dienen
  • in Kleingruppen (Breakout-Sessions), die über die Bildschirmfreigabe gemeinsam an Inhalten und Aufgaben arbeiten können
  • über den Chat, der explizit für Aufgaben, Fragestellungen etc. genutzt werden kann

Das Tolle: Alle Online-Powerpoint-Charts erstellst Du einmal – danach kannst Du sie immer wieder verwenden – aber die Ergebnisse aus dem Seminar als jpg. abspeichern und als Fotodokumentation verschicken. Sogar Online-Kartentools lassen sich z.B. mit Powerpoint selbst erstellen und nutzen. Hier lohnt es sich, ein wenig Zeit und kreative Lust in die Gestaltung zu investieren.

Selbst Experimente, komplexere Methoden wie ein Erzählkarussell, World-Café oder ein Fishbowl lassen sich online umsetzen.

Collaborationstools … Klasse Helfer von „außen“

Hinzu kommen sogenannte „Collaborationstools“ wie z.B. Miro, Conceptboard oder Mentimeter, die Du einbinden kannst und die Moderationskoffer, Flip-Chart und Stellwand online ersetzen. 

Analog trifft Digital

Wenn Du es analoger magst, kannst Du eine Kamera so einstellen, dass Du im Raum an einem realen Flipchart stehst oder bei Bewegungskursen auf der Matte. 

Mit einer Dokumentenkamera lassen sich ebenfalls viele analoge Momente herstellen. So kannst Du beispielsweise eine „kleine Mitte“ gestalten und einblenden, reale Gegenstände nutzen, Karten ziehen lassen, Charts, Bücher, Bilder zeigen oder live an einem Tisch-Flip-Chart schreiben.

Zwei Tipps – Gelingen oder Scheitern  

Wer einmal verstanden hat, welche Funktionen online machbar sind und grundsätzlich schon gerne in seinen Trainings mit vielfältigen Methoden gearbeitet hat, wird sich selbst jede Menge Tools in die Online-Welt „übersetzen“ können.

Mein wichtigster Tipp dabei ist: Mut haben, ins kalte oder vielleicht schon lauwarme Wasser springen – sich von Perfektionismus verabschieden und starten, ganz im Sinne eines Miteinander Lernens und Wachsens.

Mein wichtigster Tipp um zu Scheitern ist: Eine „Anti-Online-Haltung“ einnehmen, trotzdem Trainings online anbieten und vor Teilnehmenden öffentlich der Präsenz hinterhertrauern J

Online-Trainings werden uns noch eine ganze Weile begleiten. Sie verändern gerade die Trainings- und Fortbildungswelt und werden zukünftig dort einen festen Platz haben. So ganz können sie Präsenzseminare dennoch nicht ersetzen. Für die Zukunft heißt es daher eine glückliche Mischung zwischen Online und Offline zu finden.

Anforderungen an eine gute Online-Plattform

  • Stabilität – keine Abstürze
  • einfacher und gleichzeitig sicherer Zugang
  • einfache Bedienelemente für TrainerIn und Teilnehmende
  • Sicherheitselemente für TrainerIn (z.B. TN entfernen, Zugang steuern)
  • möglichst alle Teilnehmenden auf einem Bildschirm gemeinsam sichtbar!
  • Bildschirmfreigabe für Inhalte verschiedener Formate
  • Whiteboard-Funktion zur Bearbeitung für TrainerIn und Teilnehmende
  • Chat zur ergänzenden schriftlichen Verständigung
  • Versandmöglichkeit von Dateien
  • Gruppenarbeitsräume

Die Plattform Zoom, die ich sehr schätze, bietet alle diese Funktionen und noch mehr. Damit ist sie für mich die Plattform der Wahl. Es gibt jedoch viele weitere interessante Möglichkeiten.

Was ist bei der Online-Vermittlung zu beachten

Lernhäppchen und Methodenwechsel

Lerninhalte sollten immer in appetitliche und gut verdauliche Häppchen aufgeteilt werden. Hinzu kommen ein angemessener Methodenwechsel – etwa alle 20 Minuten -, das Ansprechen möglichst unterschiedlicher Sinneskanäle und die Aktivierung der Teilnehmenden wo immer das möglich ist. Das gilt für Präsenz, wie auch Online-Vermittlung.

Wichtig für die Bildschirmfreigabe

Du weißt nicht, wie es auf „der anderen Seite“, also auf dem Monitor der TeilnehmerInnen aussieht. Ist er klein oder gibt es ausreichend Platz. Immer dann wenn Du den Bildschirm teilst, geht Platz verloren, d.h. die TeilnehmerInnen können u.U. die anderen nicht mehr sehen oder nur einige.

Mein Tipp ist daher, immer wenn es geht, das Teilen zu beenden, damit sich möglichst alle sehen können.

Pausen und Bewegung

Ausreichende Pausen und Bewegung unterstützen einen gelingenden Lernprozess – offline wie online. Online sind sie allerdings für den Körper geradezu überlebensnotwendig. Die Bewegungslosigkeit ist wesentlich größer und ein Tag am PC eine geistige und körperliche Herausforderung.

Aus der Pausenforschung ist bekannt, dass der Effekt regelmäßiger Kurzpausen größer ist, als der einer langen Pause. Kurzpausen und kurze gemeinsame Bewegungsimpulse sowie Entspannung für die sehr belasteten Augen sind daher ein Muss in der Trainingsgestaltung. Schon wenige Minuten – mindestens jede Stunde – genügen. Zwar kannst Du  immer an die Eigenverantwortung Deiner Teilnehmenden appellieren – bei mir gehört ein kleiner Energie-Kick allerdings zum gemeinsamen Programm.

Mein Tipp an Dich: Diese Aufgabe kann – mit klaren zeitlichen Absprachen – auch gern an TeilnehmerInnen übertragen werden. Denn wir lernen immer mit- und voneinander.

Gruppen- und Partnerarbeit

TeilnehmerInnen lieben in der Regel den Austausch in Breakout-Sessions. Daher solltest Du immer wieder Gruppenarbeit oder Partnerarbeit ermöglichen. Auch hier gilt – online wie offline gehört ein angemessener Wechsel der Sozialformen zu den methodisch-didaktischen Grundlagen eines jeden Trainings.

Technische Informationen und Einführung

Die TeilnehmerInnen benötigen vorab eine ausreichende Information, welche Ausstattung notwendig ist, Basisinfos zur Plattform und was sie auf Teilnehmerseite an Einstellungen klären müssen. Empfehlenswert ist, dass sie ca. 15 Minuten vor Beginn im virtuellen Raum eintreffen damit ein entspannter Start möglich ist und ggf. erste Schwierigkeiten behoben werden können.

Im Umgang mit den Werkzeugen und Funktionen muss zu Beginn Zeit eingeplant werden, damit alle die notwendigen Voraussetzungen haben um gut mitzumachen. Auch hier empfiehlt sich zumindest eine Viertelstunde zu investieren. Das lässt sich auf spielerische Weise in den Seminarfahrplan integrieren.

Gruppenregeln Online

Ebenfalls wichtig ist es zu Beginn einige „Online-Gruppenregeln“ festzulegen v.a. den Umgang mit Kamera – wann kann / darf sie ausgeschaltet werden, wie erfolgen Redebeiträge (mit Hand heben / oder Handzeichen) und wie der Chat genutzt werden soll.

Da wir alle miteinander sprechen können und uns bei Bedarf oder Fragen melden können, bin ich persönlich der Auffassung der Chat dient für Aufgaben und geplante Mitteilungen und zum Teilen von Dateien.

Als Trainerin möchte ich nicht gleichzeitig den Chat bedienen, dort immer wieder nach Fragen schauen sondern direkt angesprochen werden. Anders wäre es – so mein Vergleich dazu – als ob mir jemand im Präsenztraining ständig einen Notizzettel nach vorne bringt. 🙂

Überlege Dir, die Basisregeln, die Du als TrainerIn brauchst, um Dich wohlzufühlen und „alles zu geben“ – und dann frage bitte auch Deine TeilnehmerInnen, was ihnen wichtig ist  und schafft gemeinsam eine gute Arbeitsgrundlage. 

Gilt das nur für ein Gesundheitstraining?

Nein, alle methodisch-didaktischen Prinzipien sind für jede Form von Lernen wichtig – ob du Trainings, Seminare oder Fachschulungen anbietest. Lediglich die Nuancen verschieben sich ein wenig. 

Du siehst – ob Online oder Offline – vieles ist grundsätzlich gleich und manches ist grundsätzlich anders.  Teile gern Deine Erfahrungen im Kommentar.

Ich wünsche Dir Gutes Gelingen für Deine Online-Gesundheitstrainings!

Herzlich Trudy Henn

Wenn Du Dein Know How  als TrainerIn erweiteren möchtest, melde Dich doch mal zu einem meiner Online-Workshops  an: Kurse / Termine

Drei Workshops stehen aktuell zur Auswahl:  

  • Online-Gesundheitstraining – kreativ, interaktiv & lebendig
  • Kreative Online-Tools mit Powerpoint gestalten
  • Frische-Kick im Online-Training

Im Methodenpool kannst Du nach Anregungen und Ideen stöbern – online wie offline. 

Wenn Du wissen möchtest, was andere TeilnehmerInnen sagen, dann schaue auch bei den Referenzen vorbei.

Bildquellen:
Koosh Ball – henn-trainings
alle weiteren: pixabay CC0 Lizenz

 

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